Holzbausysteme

Holzbausysteme :

Alles begann mit Holz - so oder so ähnlich.
Die ersten Holzgebäude waren sicherlich Zelte, in denen das Traggestänge aus Holz bestand. Mit der Zeit wurden die ersten Lehmziegelgebäude mit Holzdecken und Holzdächern konzipiert. Gleichzeitig entstanden auch Blockhäuser, bei denen die Wände aus horizontal liegenden Holzstämmen bestanden. Seit dem frühen Mittelalter baute man dann die unterschiedlichsten Fachwerkhäuser. Das Traggerüst bildet hier ein Zusammenschluss von stehenden, liegenden und diagonal verstrebenden Hölzern.
Erst mit der Entwicklung von unterschiedlichsten Holzwerkstoffen, wurde die Idee geboren, die Diagonalen des Fachwerkes durch Plattenwerkstoffe zu ersetzen, um einfacher zu bauende Konstruktionen konzipieren zu können. So enstand um 1940 die Holzständerbauweise. Eins der ersten Häuser dieser Art ließ Albert Einstein in Deutschland errichten. Bei diesem Haus bestand die Dämmschicht aus sage und schreibe 4mm Kork. Lange noch wurden diese Gebäude komplett auf der Baustelle errichtet. Durch die industrielle Vorfertigung der Elemente in großen Hallen, konnten nun nicht nur die einzelnen Arbeitsschritte optimiert und somit der gesamte Ablauf verkürzt werden, sondern auch die Qualität der gut durchgeplanten im trockenen zusammengesetzten Bauteile stieg an. Der Holzrahmenbau entwickelte sich. Allmählich verfeinerte man das Bausystem immer weiter und so wurden Doppel-T-Träger aus Holzwerkstoffen verwendet, um damit Stiele, Deckenbalken und Sparren herzustellen. Ein Material was formstabil und variabel einsetzbar ist.
Eine andere Holzbauart, die sich parallel aus dem Fachwerk entwickelte, ist der Holzskelettbau, bei dem durch ein weitspannendes Traggerüst die Gestaltung des Hauses äußerst flexibel ist. Auch kann man meinen, dass der Blockhausbau Anregeung zu verschiedenen Holzmassivbausystemen gab. Diese Systeme bestehen entweder aus zusammengesetzten oder komplett massiven Querschnitten.

Blockhaus oben

Der Blockhausbau ist eine der ältesten Bauweisen. Früher wurde er mit Rundhölzern gebaut. Diese wurden zur Wand liegend übereinander gelegt und an den Anschlußstellen verkämmt. Die heutige Blockhausbauweise verwendet Blockbohlen. Sie sind mit Nut und Feder versehen um ein einigermaßen geschlossenes Bauteil zu errichten. Trotzdem lassen sich unterschiedliche Setzungen der Wände bedingt durch das Schwinden des doch sehr großen liegenden Holzanteilen nicht vermeiden. Dies muss bei der Planung berücksichtigt werden. Dennoch ist mit Rissbildungen zu rechnen.
Da auch ein sehr dicker Holzquerschnitt in der Wand nicht die erforderlichen Grenzwerte der Energieeinsparverordnung erreicht, werden immer öfter zweischalige Blockbohlenwände mit Dämmkern gebaut. Um die Luft- bzw. Windichtigkeit zu erzielen, werden die unterschiedlichsten Konstruktionen entwickelt. Unbestritten ist, dass die Besonderheiten dieser Bauweise hohe Anforderungen an die Sorgfalt und Qualität der Planung und Ausführung stellt.
Fachwerkhaus oben

Die Fachwerkbauweise ist eine historische Bauweise, die im Neubau nur noch selten Anwendung findet. Das Traggerüst der Wände besteht aus vertikal stehenden Hölzern, die Pfosten genannt werden, horizontal liegenden Hölzern, die oben Rähm in der Mitte Riegel und unten Schwelle heißen und diagonal aussteifenden Hölzern welches die Streben sind. Alle diese Hölzer sind zimmermannmäßig verbunden. Zumeist besteht die Ausfachung aus Stopflehm, Mauerwerkssteinen, oder es erfolgte eine Bekleidung mit einer unabhängigen Fassade. Die verwendeten Holzquerschnitte sind häufig sehr groß gewählt und weisen dadurch teilweise starke Verformungen und Risse auf. In vielen Gegenden ist das Fachwerk sichtbar und somit der direkten Bewitterung ausgesetzt. Trotz dieser konstruktiv ungünstigen Einbausituation für das Holz beträgt die technische Lebensdauer von Fachwerkhäusern oft mehr als 300 Jahre.
Holzständerbau / Holzrahmenbau oben

Wie oben erwähnt entstand die Holzständerbauweise etwa um 1940 durch den Einsatz von plattenförmigen Holzwerkstoffen. Diese wurden erst nach der Jahrhundertwende industriell hergestellt. Anfangs wurden Holz und Holzwerkstoffe an die Baustelle geliefert, wo alles Abbund, Zusammenbau und Montage bei Wind und Wetter ablief. Die vertikalen Hölzer sind die Ständer, die horizontalen Hölzer oben die Rähme und unten die Schwellen, wie im Fachwerkbau. Die Achsabstände der Ständer wurden auf die verfügbaren Plattenmaße angepasst. Nach Stellung des Ständerwerkes hat man alles mit Holzwerkstoffplatten beplankt, um es auszusteifen und um das raumbildende Element zu abzuschließen. Auf der Baustelle passierten viele Fehler, weil das richtige Werkzeug fehlte ( Passgenauigkeit ) und das Wetter sein eigenes hinzu tat. Man stellte mit 2-3 verschiedenen Holzquerschnitten, 2-3 verschiedenen Nagelsorten, Hammer und Sägen ein Haus in reiner Handarbeit her.
Mit den 80zigern kam das Bestreben auf Qualität vorgeplant und ansprechend herzustellen. Das erste Ziel hieß Vorfertigung. Mit diesem Schritt wurde aus einer Ständerbauweise eine Holzrahmenbauweise. Fertighaushersteller fertigen Heute fast alles vor, so dass selbst vieles vom Innenausbau und der Installation vorbereitet ist. Ein weiteres Ziel hieß Wärmebrücken Minimierung und Luft- so wie Windichtigkeit. Zu diesem Zweck wurden neue Werkstoffe entwickelt und es zählt Heute schon zu jeder Qualitätsicherung eines Hauses einen Blow test und/oder eine Thermographie mit anzubieten. Aus dieser Bestrebung entstanden Passiv- und KfWhäuser. ( KfW40 / KfW60 ) Hochgedämmte Häuser die meist mit hochwertigen Heizungs- und Luftungssystemen ausgestattet sind.
Doppel-T-Trägersysteme aus Holzwerkstoffen oben

Eine herausragende Art des Holzständer- oder Holzrahmenbaues erfolgt mit Doppel-T-Trägersystemen, die statt des Konstruktionsvollholzes eingesetzt werden. Doppel-T-Träger als Holzwerkstoffträger bestehen in der Regel aus einer OSB-Platte als Steg und einem Unter- und einem Obergurt aus Furnierschichthölzern. Diese Trägersysteme wurden in Deutschland als Masonite-Träger entwickelt. Später übernhmen die "US-Amerikaner" dieses Konzept und vertriebe es auch wieder nach Europa. Heute gibt es neben einigen anderen nur drei große Anbieter. Trus-Joist unter Weyehäuser (Frameworks TJI aus USA), Finn-Joist unter Finnforrest (FJI aus England) und Steico. Alle Firmen bemühen sich die Anwendungstechnik immer mehr zu verfeinern, doch am meisten Tradition hat das Frameworkssystem, dass zusätzlich auch noch Rechteckträger (Timberstrand/Parallam) zur Ausbildung von Rähm, Schwellen und Randhölzern mit anbietet. Dies ist wichtig, besondere Werkstoffe erforderlich sind, um die Pressung der besonders geringen Auflagerfläche aller Stiele kompensieren kann.
In den USA, England und Frankreich nutzt man diesen Träger hauptsächlich als Deckenbalken, da er wiet gespannt werden kann, der Steg im Feldbereich für Installationen "durchlöchert" werden kann und er durch sein besonders leichtes Eigengewicht auf der Baustelle ohne Kran einfachst montiert werden kann. Leider ist er für das Weiterleiten von Einzellasten ungeeignet. In Deutschland hat man in den 90´ern das Potenzial des Trägers sehr schnell in der Wärmebrückenminimierung im Wand- und Dachbereich gesucht. Passiv- und andere energieeffiziente Häuser wurden in diesem System konzipiert. Später nahm der Boom durch die Nutzung der Holzweichfaserplatte als WDVS und somit als Wärmebrückenminimierung auf Putzträgerebene wieder ab. Wer diese Träger verarbeitet entdeckt schnell seine Vor- und Nachteile.
Holzskelettbauweise oben

Charakteristisch für den Skelettbau ist die stabförmige Tragstruktur aus senkrechten Stützen und waagerechten Trägern. Diese Bauweise unterscheidet sich von den anderen Konstruktionsprizipien durch den großen Stützenabstand von bis zu 5 m und die Trennung der tragenden von der raumbildenden Strucktur. Die Aussteifung wird über Verbände erzeugt und nicht über die Beplankung oder Streben. Durch die nichttragenden und raumabschließenden Wände ist die Grundrissgestaltung noch flexibeler. Auch können die Wände aus "Glas" oder Mauerwerk bestehen, da ja keine Anforderung an die Tragfäkigkeit dieser Bauteile besteht. Doch da diese Bauweise oftmals in der Konstruktion sichtbar hergestellt wird, ist der Preis teilweise höher als bei anderen Bauweisen.
Holzsmassivbauweise oben

Der Holzsmassivbau verwendet seine Bauteile als raumabschließend und tragend. Sie werden als massive, flächige Decken-, Dach- oder Wandelemente eingesetzt. Die Elemente der unterschiedlichen Systeme sind entweder komplett massiv
  • Brettstapel genagelt - Dach/Decke/Wand

  • Brettstapel gedübelt - Dach/Decke

  • Brettstapel verleimt - Dach/Decke Wand


Die Bilder der Brettstapelelemente wurden von Holzwerke Ladenburger zur Verfügung gestellt
oder zusammengesetzt.
  • Lenotec (Finnforest/Merk) - Dach/Decke/Wand

  • Lignotrend - Dach/Decke/Wand

  • Lignatur - Dach/Decke

Die massive Hülle des Objektes wird wird mit einer weiteren Dämmhülle (z.B.Holzweichfaser) versehen. Eine sichtbare Ausführung der inneren Seite ist möglich. Die gewünschten Öffnungen werden oftmals in den Herstellerbetrieben vorgefertigt. Häufig ist die Aufgabe des Holzbauers nur noch auf das Richten und Montieren auf der Baustelle beschränkt. Installationswege sind bei manchen Systemen durch aus durchdacht vorbereitet. Bei Anderen muß dies durch örtliche Lösungen erfolgen. Große Spannweiten, die das normale Holzbalkensystem weit übersteigen, sind im Decken und Dachbereich mit den meisten Systemen möglich. Hierbei sind oft die Dicken der Decken- und Dachebenen geringer. Dabei muß das Schwingverhalten genauestens untersucht werden, damit der Komfort im Nutzungszustand gesichert ist. Details sind für alle Anschlüsse der Systeme sind konzipiert und meist auch gut durchdacht.

Die Bilder der Lenoteclelemente wurden von Finnforest/Merk GmbH zur Verfügung gestellt



FAQ


Holzbau
Systeme


Impressum
Kontakt


Stroh-
Rahmenbau



Highlights



Links